Über Kitchen on the Run

Das Team 2017

Hallo, wir sind Ina, Daniel und Agnes und zusammen mit dem blauen Container sind wir Kitchen on the Run. Wir glauben an Menschen, persönliche Begegnungen und dass gutes Essen verbindet. Wir glauben an Tabouleh und Currywurst. Wir glauben ans Kennenlernen.

Agnes Disselkamp
Agnes Disselkamp
hat Französische und Italienische Philologie studiert und einen Master in Intercultural Education. Sie liebt es durch Sprachen neue Welten zu entdecken und versteht Spaß aber auch ohne Worte.
Daniel Schoon
Daniel Schoon
ist Koch und multipler Handwerker. Die Rezepte und Esskulturen der Welt zu erforschen begeistert ihn ebenso wie sich neuen Herausforderungen zu stellen.
Ina Peppersack
Ina Peppersack
kommt aus den Bereichen Kommunikation und Design Thinking. Sie ist der kreative Kopf des Teams, hat gerne Menschen um sich und ist always on the run. Genau richtig im Container!

Die Gründer/innen von Kitchen on the Run

Jule Schröder
Jule Schröder
ist Kulturmanagerin und Inno­vationscoach. Sie weiß, wie man Veranstaltungen organisiert und Projekte steuert. Als passionierte Gastgeberin und ideenreiche Vordenkerin entwickelt sie Kitchen on the Run ständig weiter.
Rabea Haß
Rabea Haß
ist promovierte Soziologin und Friedensforscherin. Sie kennt sich mit der Wirkungsmessung und Evaluation gemein­ nütziger Projekte aus und weiß, wie man gute Ideen in erfolgreiche Konzepte umsetzt.
Andi Reinhard
Andi Reinhard
ist Psychologe. Menschen und Dialog sind sein Gebiet. Am liebsten auf Reisen – zum Beispiel als er 100 Tage ohne Geld Deutsch­land erforschte. Er ist ein kreativer Kopf, der es praktisch mag, handwerklich nicht untalentiert ist und seinen Fußball immer im Gepäck hat.

WAS WIR TUN

Kitchen on the Run ist der mobile Integrations­inkubator von Über den Tellerrand e. V.

Wir reisen mit unserem Küchencontainer durch Deutschland und Europa und organisieren Kochveranstaltun­gen, bei denen sich Geflüchtete und Beheima­tete am Küchentisch kennenlernen. Wir fördern den persönlichen Austausch zwischen Geflüchteten und Beheimateten und ermöglichen ein Kennenlernen auf Augenhöhe. Damit begegnen wir der Herausforderung, dass sich Geflüchtete und Einheimische im Alltag zu selten von allein begegnen und legen den Grundstein für die Integration und Akzeptanz von Geflüchteten in unserer Gesellschaft.

Gemeinsamkeit im Container

 

WARUM WIR ES TUN

Als wir unsere Idee der mobilen Küche im April 2015 das erste Mal formulierten, kamen noch relativ wenige Geflüchtete in Deutschland an. Die Bilder von überfüllten Camps und gekenterten Schlauchbooten in Süditalien kursierten jedoch schon lange durch die Medien. Wir fragten uns, was passiert, sobald Menschen mit dem Nötigsten versorgt sind. Was können wir tun, um Geflüchtete in Europa willkommen zu heißen? Wie und wo können wir uns kennenlernen? Die meisten Geflüchteten sind in Massenunterkünften und Aufnahmelagern untergebracht, in denen es kaum die Möglichkeit gibt, selbst zu kochen oder Gäste zum Essen einzuladen. Die Unterbringung in Unterkünften mit strengen Ausgangsregeln, die mangelnde Mobilität der Geflüchteten und die fehlenden Sprachkenntnisse führen meist zu gesellschaftlicher Isolation. Wenn Kontakt zu Beheimateten besteht, findet dieser selten auf Augenhöhe statt.

Die Kulturen und Gesellschaftsformen der Herkunftsländer der Geflüchteten unterscheiden sich zum Teil massiv von den europäischen Lebensweisen. Ohne Erklärungsleistung entstehen daher viele Missverständnisse auf beiden Seiten. Beheimatete erfahren ihr Wissen über geflüchtete Menschen aus den Medien. Ängste und Vorurteile wachsen mit jeder schlechten Nachricht. Kontaktaufnahme aus eigenem Antrieb findet nur sehr selten statt. Es gibt kaum Orte der Begegnung zwischen Geflüchteten und Beheimateten, da deren Lebenswelten sich stark unterscheiden. Die Schwelle, sich gegenseitig einzuladen und aufeinander zuzugehen, ist für beide Seiten oft zu hoch.

 

WIE WIR ES TUN

Kitchen on the Run schafft ein Angebot, das sich gleichermaßen an Beheimatete wie Geflüchtete wendet. Wir sprechen die Einladung aus und stellen den Raum für ein Kennenlernen auf neutralem Boden. Wir sorgen für die nötige Umgebung und Atmosphäre, wir stellen die Zutaten und geben mit unserer Einladung und Moderation den Anstoß, aufeinander zuzugehen und in einen Dialog zu treten. Wir geben Geflüchteten die Möglichkeit als Gastgeber aufzutreten und den Beheimateten über landestypische Gerichte einen Einblick in die jeweilige Kultur zu geben. Beheimatete erfahren durch die gemeinsame Zubereitung und den Genuss fremder Rezepte und Speisen einen einfachen und positiven Zugang zur Kultur und Lebenswelt der Geflüchteten, als Anfang für ein intensiveres Kennenlernen. Wir ermöglichen unseren Gästen durch den persönlichen Kontakt zu Geflüchteten bzw. Beheimateten stereotypische Annahmen in Frage zu stellen und mit Hilfe von individuellen Geschichten, Empathie füreinander zu entwickeln und Vorurteile abzubauen. Wir schaffen zudem lokale Netzwerke zwischen Organisationen und Institutionen und zeigen Verbindungen und Gemeinsamkeiten auf. Durch die Spuren, die die Gäste an den unterschiedlichen Orten im Container hinterlassen, entsteht das Gefühl, Teil eines großen Ganzen zu sein. Wir inspirieren die Gäste unserer Kochabende, sich ehrenamtlich zu engagieren oder eigene Projekte zu starten.

Gemeinsam kochen

Wie alles begann

Alles begann mit der Idee von zwei Freundinnen – Rabea Haß und Jule Schröder – mit einer Containerbar für einen guten Zweck um die Welt zu reisen. Jahre später, im April 2015, be­warben sich die beiden mit dem leicht abge­wandelten Konzept Kitchen on the Run beim Ideenwettbewerb Advocate Europe. Das Preisgeld ermöglichte den Projektstart und brachte in der Folge weitere Förderer dazu, den beiden Ideengebe­rinnen zu vertrauen.

Im Sommer 2015 schenkte uns die Containerfirma Lotus einen neuen Frachtcontainer und eine Kooperation mit der TU Berlin entstand. Zwanzig Architekturstudierende entwarfen und bauten unter der Leitung von Prof. Dona­tella Fioretti im Wintersemester 2015/16 den Küchhencontainer. Zeitgleich kam Andi Reinhard als drittes Teammitglied dazu und Kitchen on the Run wurde offiziell der Europabotschafter des Berliner Vereins Über den Tellerrand e.V. Nach nur neun Monaten Vorbereitung gingen wir mit dem blauen Container Mitte März 2016 auf die fünfmonatige Reise.

Container: Bau und Design

Der Küchencontainer ist das Herzstück unseres Projekts. Als gemeinsamer Treffpunkt für Geflüchtete und Beheimatete hat der Container außerdem symbolischen Wert: Während Waren über Grenzen hinweg verschifft werden können, ist es für viele Menschen unmöglich, sich nach und innerhalb Europas legal und frei zu bewegen.

Mit dem Container haben wir uns für eine nachhaltige und preiswerte Konstruktion unserer mobilen Küche entschieden, die gleichzeitig eine einladende und auffällige Wirkung im öffentlichen Raum erzielt. Darüber hinaus bleibt unsere Küche mobil und kann an Orte innerhalb Europas transportiert werden. Der Container kann flexibel genutzt werden und bietet genügend Platz und Schutz, um für eine gemütliche Atmosphäre zu sorgen.

Auf einem Parkplatz direkt vor dem Gebäude der Technischen Universität in Berlin wurde der Container kurz vor Weihnachten 2015 angeliefert und bis zur Abreise im März 2016 in das umgewandelt, was er heute ist: Eine funktionale und sehr wohnliche Küche. Das Team vom Fachgebiet Entwerfen und Baukonstruktion um Professorin Fioretti und zwanzig Architekturstudierende schafften mit unglaublich viel Einsatz, Liebe zum Detail und Nachtschichten das Herz und das Fundament für Kitchen on the Run.

 

Wir danken den folgenden Studenten für ihre Unterstützung:

Kitchen
Vanessa Vogel
David Potthast
Philine Barbe
Juri Lux
Benjamin Schaad
Anton Sieber
Jonas von der Wall
supervised by Marc Benjamin Drewes
Roof
Stefan Schöllhammer
Michaela Apfler
Sophia Braun
Gaith Henki
Jonathan Lewkowicz
Judith Schiebel
Corinna Studier
supervised by Christoph Rokitta
Furniture
Nico Sonnenbrodt
Ammon Budde
Theodora Constantin
Marcel Hecker
Lya Kröger
David Leinen
supervised by Simon Mahringer

Architekten mit Helm